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	<title>Anwalt Berlin Blog &#187; fiktives Einkommen</title>
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		<title>Arbeitslos &#8211; muss man Unterhalt zahlen?</title>
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		<pubDate>Sat, 06 Jun 2009 10:05:54 +0000</pubDate>
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<p><strong>Arbeitslos &#8211; muss man Unterhalt zahlen?</strong></p>
<p>Viele <strong>Arbeitslose </strong>gehen ohne weiteres davon aus, dass sie keinen <strong>Kindesunterhalt </strong>zahlen müssen und dementsprechend auch vor dem <strong>Familiengericht </strong>nicht verurteilt würden. Diese Überlegung ist <span style="text-decoration: underline;">falsch</span>.</p>
<p>Auch <em>Arbeitslose </em>werden im Normalfall zum vollen <strong>Mindestunterhalt </strong>verurteilt.</p>
<p><strong>Wie geht dies, das Einkommen liegt doch meist unter dem Selbstbehalt?</strong></p>
<p>Wenn ein <strong>minderjähriges Kind</strong> versorgt werden muss, dann muss der <strong>Unterhaltsschuldner </strong>(der Arbeitslose) alles zumutbare  tun, um das <strong>Geld </strong>für den <strong>Unterhalt </strong>aufzubringen. Macht er dies nicht, rechnet das Gericht ihm ein fiktives Einkommen zu und verurteilt ihm zum vollen Mindestunterhalt.</p>
<p>Die <strong>Familiengerichte </strong>verlangen vom <strong>Arbeitslosen</strong>, dass er sich <span style="text-decoration: underline;">pro Monat durchgehend 8 Stunden jeden Tag</span> um Arbeit bemüht. Als Nachweis sind ungefähr <span style="text-decoration: underline;">20 bis 30</span> <strong>Bewerbungen </strong>pro Monat vorzulegen, die ernsthaft (keine Serienbriefe) angefertigt und übersandt wurden.</p>
<p>Kann der <strong>Arbeitslose </strong>diesen <strong>Nachweis </strong>nicht erbringen, was in 99 % der Fälle auch so ist, dann schaut das Gericht welches <strong>Einkommen </strong>könnte der Arbeitslose erzielen. Dabei wird der <strong>Gesundheitszustand</strong>, das <strong>Alter</strong>, die <strong>bisherigen Tätigkeiten</strong> und die <strong>Ausbildung des Arbeitslosen</strong> berücksichtigt. Häufig orientieren sich die Gerichte an bereits ausgeübte <strong>Berufe</strong> (welches Einkommen wurde damals erzielt). Das <em>Familiengericht </em>geht dann meist davon aus, dass dieses <strong>Einkommen</strong> wieder erzielt werden kann.</p>
<p><em>Reicht das Einkommen immer noch nicht aus</em>, dann kommt meist die <strong>Argumentation</strong>, dass man selbst mit einfacher Hilfsarbeitertätigkeit  ein <strong>Nettoeinkommen </strong>von € 1.200,00 (bundesweit) erzielen kann. Dieses &#8211; oder sogar noch ein <em>höhere fiktives Einkommen</em> &#8211; wird dann dem <em>Unterhaltsschuldner </em>(den Arbeitslosen) zugerechnet.</p>
<p>Im Ergebnis wird der <strong>Arbeitslose </strong>zum vollen <strong>Unterhalt </strong>verurteilt, kann dann aber später ohnehin nicht zahlen und auch die <strong>Vollstreckung </strong>bleibt erfolglos.</p>
<p>Dies ist ein unbefriedigendes Ergebnis.</p>
<p>Es ist seit einiger Zeit aber ein <strong>Tend</strong> zu erkennen, dass die <strong>Familiengerichte </strong>nicht mehr ohne Weiteres von hohen fiktiven Einkommen ausgehen.</p>
<p><strong>Unterhaltsschuldner </strong>(z.B. Arbeitslose), die diverse <strong>körperliche Leiden</strong> haben und oder keine <strong>Berufsausbildung</strong> oder &#8220;alt&#8221; sind, haben mittlerweile gute <strong>Chancen </strong>sich gegen die <strong>Unterhaltsklage</strong> zu <em>verteidigen</em>.</p>
<p><a href="http://www.anwalt-berlin-blog.de?goto=79dd13a2d9b16534c1711e96b6ec82aa"title="Rechtsanwalt Berlin Marzahn"  rel="nofollow">Rechtsanwalt A. Martin &#8211; Kanzlei Berlin-Marzahn -Löcknitz-Stettin</a></p>
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